so schnell

..ist ne Woche vorbei, ohne dass ich was neues geschrieben habe. Liegt nicht daran, dass nichts passiert wäre – eher hatte ich zu wenig Zeit und zwischendurch zu Hause kein Internet. Jetzt haben die Vorlesungen angefangen und ich schwanke zwischen bodenloser Enttäuschung und Erfüllung meiner höchsten Träume: Es ist schon was anderes, ob man vielleicht mal was aus dem IPCC-Report hört oder eine Grafik daraus bekommt, zu der der Votragende sagt “das haben wir hier übrigens für den IPCC gemacht…”, und allein die Suche nach einem Projekt für environmental modelling macht mehr Spaß als so manches ganze Semester im Bachelorstudium. A propos Bachelor: Nicht einmal in dem hat man uns andererseits zugemutet, mit fertigen Daten fünf ozeanische Tiefenprofile auf milimeterpapier zu zeichnen, zwischendurch einen ganz netten Film über Ozeanographie zu schauen, den man auch in der zehnten Klasse einsetzen könnte, und dann als intellektuellen Höhepunkt zwei fertige Grafiken den zuvor gezeichneten Profilen zuzuordnenen! Naja, bis Ende nächster Woche kann ich noch Kurse wechseln und es sieht ganz danach aus, als würde ich davon gebrauch machen. Ansonsten glaube ich, gerade einen Fehler in der Antwortauswahl der multiple-choice-Fragen gefunden zu haben, die wir jede Woche zu unserem Atmosphärenchemiekurs machen sollten.

In der Vorlesung meinte ich auch schon mal, einen Fehler in ner Folie zu sehen, habe das aber nicht so gesagt, sondern gefragt, wieso das ein zehm millionstel war, worauf meiner Überzeugung nach der Prof noch mal gesagt hat, dass das das Ergebnis von 0.01 durch tausend ist. (Kann das mal jemand nachrechnen?) Aber außer mir schien da niemand ein Problem zu haben, und ich fühle mich im Englischen nicht sicher und an der Uni noch nicht angekommen genug, um so was auszudiskutieren. Vielleicht habe ich mich ja auch geirrt und nen Einheitensprung übersehen, wer weiß. Verdammt, ich merke gerade, dass das genau dem Übergang von Pa zu hPa entsprechen würde – Schande über mich und vergesst den letzten Absatz…

Soweit ein sehr gemischter Unibeginn – Dienstag war Vorstellungstag der Sportclubs, ich habe mich bei Kajak und wandern eingeschrieben – leider ist die erste Wanderung am kommenden WE und da kann ich nicht. Heute abend und montag sind die Einführungstreffen der beiden Klubs, Kajak trainiert zweimal die Woche (auf dem Fluss oder im Schwimmbad) und wandern sind halt Wochenendtrips in die Berge (die leider nicht ganz um die Ecke sind) oder kleine Ausflüge in die Umgebung wie diesen Sonntag. Mittwoch waren die Societies, darunter drei linke (Socialist Worker, Revolution, Socialist Student Youth, wundersamer Weise bin ich keiner beigetreten…). Die Ökos hier (zumindest der, mit dem ich diskutuert habe) sind leider auch nicht so vom Klimacampformat sondern denken, dass man mehr die Kultur und den Konsum verändern muss – na danke.

Kleines Abenteuer zwischendurch war der Kauf eines neuen Esstisches fürs Wohnzimmer und dessen Transport zu Fuß und mit dem Bus aus der Innenstadt nach Hause – hat aber eigentlich Spaß gemacht. Mittwochabend waren wir mit Leuten aus meinem Studiengang in ein paar pubs – irgendwie komisch, dass hier Supermärkte und die Unibibliothek jeden Tag inklusive Sonntag ewig lange geöffnet haben, aber die Kneipen abends gegen 11 dicht machen. War trotzdem ein netter Abend mit interessanten Gesprächen.

edit: Und nicht mal bei der Multiple-Choice-Frage hatte ich Recht – nicht mein Tag heute…

3 responses to “so schnell

  1. Mach dir nichts draus!
    Ich hab´s gerade nachgerechnet und kann dir bestätigen, dass dein kompletter Gedankengang inklusive der Umrechnung in Hektopascal Sinn ergibt.

  2. Hey,
    scheint ja fast so als ob du erneut in einer vollen Woche steckst..

    Hab´ den FIFA Bericht auf deiner Chileseite gelesen und bin ziemlich wütend geworden. Vorallem weil wir in unserem Spanischbuch gerade einen netten Text hatten, der grob übersetzt “Unterrichtsfach Solidarität” heißt und in locker flauschigem Ton davon erzählt, dass viele Kinder aus ärmeren Vierteln keine Schule besuchen können und es in den wenigen Schulen an allem mangelt. Das wird dann gleich genutzt um viele neue Begriffe für “nicht haben” bzw “es gibt weder XXX noch XXxxx” einzuführen.
    Letztlich kann eines der Kinder dann aber doch noch zur Schule gehen (in der es aber kaum richtigen Unterricht gibt), weil Schüler_innen aus Spanien etwas von ihrem Taschengeld schicken, und vielleicht eines Tages ihren Traum verwirklichen ihren Namen schreiben zu können. Happy End(??). Unit beendet.

  3. toll, das ist doch wirklich nett von den kindern aus spanien – ich meine, die tatsache, dass das taschengeld von kindern ausreicht, um andere kinder in der welt zur schule zu schicken spricht doch schon für die notwendigkeit der umstände so wie sie sind. ein hoch auf die kapitalistische weltordnung!

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