Extremismus – junge Piraten finden das blöd…

(aber reden kann man mit Nazis ja trotzdem mal?)
Ganz großes Kino, was die Jungen Piraten sich so zum Thema Extremismus überlegt haben:

Extremismus

Die Jungen Piraten sehen sich selber in der Mitte der Gesellschaft und lehnen Extremismus aus verschiedenen Gründen ab. Beispielsweise sehen die Jungen Piraten die Vermittlung von Konzepten in der Gesellschaft als einer der besten Möglichkeiten an, Ziele zu erreichen, was durch Extremismus, welcher eher zu Ablehnung führt, kaum zu erreichen ist. Gerade gewalttätiger oder militanter Extremismus kann nicht zur realistischen Erfüllung von Zielen führen.

Allerdings lehnen wir Menschen nicht aufgrund von extremen Einstellungen grundsätzlich ab sondern wünschen auch mit ihnen Dialog und Diskussion.

Dabei stellen wir uns aber dennoch aktiv gegen alle totalitären, faschistischen, diktatorischen oder in anderer Hinsicht menschenverachtenden Einstellungen. Diese werden von uns zutiefst abgelehnt.

In der Mitte der Gesellschaft sehen sich die guten also. Was macht diese Mitte aus, außer dass die JP dort zu finden sind? Was, wenn sich in derselben Mitte auch Rassismus und Sexismus in unterschiedlichen Ausprägungen finden lassen? Kein Problem, solange es nur kein extremer, sondern eben mittiger Rassismus ist?

Extremismus finden sie falsch, (unter anderem) weil sie “Konzepte vermitteln” wollen. Extremismus stößt aber “eher auf Ablehnung”, lässt sich also nicht vermitteln. Die Politik der NSDAP ist Anfang der 30er Jahre in Deutschland ja auf recht große Zustimmung gestoßen, war also demnach vermutlich nicht extremistisch. Auf Ablehnung, ja massiven Widerstand sind dagegen Bestrebungen zur Gleichberechtigung Farbiger in den 60er Jahren in den Südstaaten der USA auch gestoßen. Fänden die Jungen Piraten sowas dann auch falsch?

Und sind militanter und gewalttätiger Extremismus nun dasselbe? Und was ist gewalttätig und was militant? Dass sich mit einer Stadtguerilla unter den aktuellen politischen Bedingungen der BRD kein Blumentopf und schon gar keine Revolution gewinnen ließe – geschenkt. Gewalttätige Umstürze haben dagegen die Weltgeschichte an der einen oder anderen Stelle entscheidend mitgeschrieben – nicht unbedingt zum Guten, aber die jeweiligen Ziele wurden durchaus durchgesetzt. Sich positionieren ohne sich zu positionieren funktioniert halt nicht…

“Dialog und Diskussionen” wünschen sich die Piraten aber auch mit Menschen mit “extremen Einstellungen”. Na, ich weiß ja immer noch nicht, wenn die damit meinen. Aber falls es z.B. um Nazis geht, kann ich auf diesen Dialog nicht nur verzichten – ich kann auch nicht verstehen, warum irgend jemand ihn führen wollen sollte.

Und was war jetzt noch mal Extremismus?
Vielleicht hilft da dann doch eher die Initiative gegen jeden Extremismusbegriff weiter…

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